
Ausgabe vom Oktober 2008
Tschaikowsky: Violinkonzert d-Moll, Op. 35; Sinfonie Nr. 5 e-Moll
Judith Ingolfsson, Violine; Philharmonisches Orchester Budapest (BPOL1042)
Die gebürtige Isländerin Judith Ingolfsson begann ihre Violinausbildung im Alter von drei Jahren. Ihre Lehrer waren u.a. David Cerone, Donald Weilerstein und der legendäre Künstler Jascha Brodsky. Sie debütierte im Alter von acht Jahren in Deutschland. Im Verlauf der folgenden Jahre nahm sie scheinbar an sämtlichen lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben teil – und gewann. Sie erhielt Preise bei den Concert Artist Guild- und Paganini-Wettbewerben und gewann 1998 die Goldmedaille beim Internationalen Violin-Wettbewerb von Indianapolis. Zur Zeit wohnt und unterrichtet sie in Deutschland, dem Ort ihres Debüts und einem zentralen Standort für ihre florierende Konzertkarriere und Aufnahmetätigkeit.
Ingolfsson ist eine brillante Geigerin. Ihre Virtuosität ist umwerfend, wird aber nie um ihrer selbst Willen eingesetzt; ihr Klang ist warm, pur und schön. Das Tschaikowsky-Konzert auf der vorliegenden CD, aufgenommen live in Budapest, hat die Qualität von einem auf der Zunge getragenen Herzen (viel Portamento inklusive), die exzessiv wirken würde, wäre sie nicht so aufrichtig gefühlt. Der Anfang ist verträumt und eher langsam. Er zeugt von einem Ansatz, der gemächlich genug ist, um die wichtigen Linien herauszustellen, Tempoänderungen vorzunehmen, sich Freiheiten zu erlauben und Fermaten auszuhalten. Der 2. Satz, der ohne Dämpfer gespielt wird, ist für ein Andante sehr langsam und vielleicht etwas zu schwerfällig für eine Canzonette. Das Finale ist brillant, humor- und charaktervoll.
Das Orchester ist zwar unterstützend, aber manchmal zu laut. Seine Aufführung der Sinfonie ist hervorragend: romantisch, frei und farbig. Der Streicherklang ist warm, die Bläsersoli schön.
Rico Saccani, trotz seines italienischen Namens ein amerikanischen Dirigent, erhielt Ungarns Légion d'honneur-Auszeichnung für seine musikalische Leistungen während seine 20 Jahre währenden Ansässigkeit in Budapest.
- Edith Eisler
October 8, 2000
“Icelandic violinist Judith Ingolfsson makes a stunning impression in a debut disc that includes Rorem's Autumn Music, Bloch's Poeme Mystique and Bach's Sonata No. 3 in C major... Ingolfsson does wondrously delicate and powerful things with Bach's Sonata for violin alone.”
September 24, 2000
“Violinist Judith Ingolfsson made a hit last season at the St. Louis Symphony Orchestra. Here is her debut recital disc, "Judith Ingolfsson" (Catalpa Classics 30101), the result of her winning the International Violin Competition of Indianapolis in 1998. Her pure tone and sensitive readings of music by Ernst Bloch, J.S. Bach, Ned Rorem (the world premiere recording of his "Autumn Music") and Henryk Wieniawski (a gaudy transcription of themes from Gounod's "Faust") make her success easy to understand.”
Sept. /Oct. 2000 Issue
“… ardent and impassioned. The violinist’s unique poetry, personalizing each of the diverse works, carries the recital. This sensitivity, rarer now perhaps than in past generations, should ingratiate her with audiences. And this first collection deserves more thoughtful attention than that almost automatically accorded to the megahyped debuts of hothoused prodigies. Highly recommended.”